"The big bang theory" bleibt am Ball

Warum mögen Menschen bestimmte Sitcoms? Mir scheint es zunehmend, daß man sich zumindest entfernt mit den handelnden Personen identifizieren können muß. Aus diesem Blickwinkel betrachtet ein Fan der Big Bang Theory zu sein wirft ein zweifelhaftes Licht auf den Autor :)

Kein Problem. Fühlt man sich zu nerdig, dann tun einem Sheldon, Raj, Howard und Leonard einen großen Liebesdienst: sie sind garantiert noch nerdiger.

Die Show scheint in den USA anhaltenden Erfolg zu haben. Auch ohne genauen Überblick über den Sitcom-Markt möchte man doch vermuten, daß eine Serie, die es in die fünfte Staffel schafft, ihr Publikum gefunden hat.

Wer mit wem

Während in den ersten Staffeln das "Hat Leonard jemals eine Chance bei Penny?" Thema die einzige romantische Verwicklung war, machten die Schreiber ab Staffel drei etwas cleveres und bezogen die anderen Charaktere mehr in den verdrehten Liebesreigen mit ein. Sogar Raj spielt dabei ein bisschen mit.

Ein Problem von "Friends" war, daß Beziehungen tendenziell unglücklich sein mußten. Wenn alle Darsteller glücklich verliebt oder gar in stabilen Beziehungen gewesen wären, das wäre der Tod der Serie gewesen. Jedoch konnte man das Spiel um die Katastrophenromanzen auch nicht ewig weiterspinnen. Nun, im Falle von Friends kam wohl hinzu, daß zehn Staffeln selbst für das genialste Format einfach genug sind.

Die Schauspieler im Cast, die noch etwas Ehrgeiz hatten (man hört, David Schwimmer im Besonderen empfand es so), wußten, wenn sie nicht irgendwann den Absprung schaffen, könnten sie eine weitere Filmkarriere begraben. Irgendwann ist man in den Augen des Publikums so auf einen Charakter zementiert, daß man da kaum noch rauskommt. Speziell, wenn eine Serie so bekannt ist.

Zurück zum Thema

Doch was hat das mit "The Big Bang Theory" zu tun?
Nun, da das Penny / Leonard Thema nicht zu Tode geritten werden durfte, und die Abenteuer der Freunde bei allem Ideenreichtum der Autoren sonst etwas richtungslos erscheinen würden, mußten neue Personen eingeführt werden. Melissa Rauch als Bernadette paßt großartig hinein und wie die Faust aufs Auge zu Howard.

Gegen Ende der dritten Staffel jedoch hat die Serie nochmal eine deutliche Aufwertung erfahren durch einen Charakter, der dem sonst etwas dominierenden Sheldon Cooper fast das Wasser reichen kann. Die Rede ist natürlich von Mayim Bialik als Amy Farrah Fowler.

Da geht noch was

Amy ist einfach unberechenbar und hat die Serie nicht nur vor der Langeweile bewahrt, sondern dem Affen nochmal ordentlich Zucker gegeben. Man schaue nur das, dann versteht man es: http://www.youtube.com/watch?v=xYr_nx6y9uE

Miriam Bialik, die durchaus nicht so häßlich ist, wie sie es für die Rolle sein muß (oder zumindest gezielt unvorteilhaft gekleidet und frisiert) geht offensichtlich in der Rolle auf. Wechselnd zwischen Sheldon-ähnlichen Anwandlungen und plötzlichen Anflügen von Emotionen weiß man oft nicht so recht, was als nächstes kommt.

Sie ist daher auch vorerst mein Lieblings-Charakter. Anscheinend kann auch Penny (Caley Cuoko) in diesem Windschatten ein wenig andere Seiten zeigen als des simple-minded Sweetharts. Es wird in den ersten Staffeln ja öfters durchaus angedeutet, daß sie auch für derbere Töne steht. Wo der Fokus etwas von ihr weggelenkt wird, kann sie jedoch etwas schamloser auch mal ganz un-girlie sein.

Aktuell läuft die fünfte Staffel in den USA, bei uns noch nicht. Man findet schon Mittel und Wege, das zu gucken (O_o wenn das  die Rechteinhaber hören), wenn auch etwas pixelig.

Way to go, guys

Ich war wirklich überrascht, daß die fünfte Staffel echte Sternstunden der Serie bietet. Trotz Amy hatte ich die Befürchtung, daß der Schwung etwas verlorengeht, aber mitnichten. Wird aus Sheldon und Amy vielleicht doch mehr als ein seltsames platonisches Paar? Diese Frage läßt einen doch Woche für Woche wieder einschalten...